Freitag, 31. März 2017

Hier und da und tralala

Auch heute hat der Tag recht ruhig angefangen. Es war nicht viel los, nicht viele Leute da, und wir aßen relativ gemütlich zu frühstück. Heute waren wir zum Mittagessen bei Ivaneth eingeladen, und wie immer ist es kurz vorher ein wenig stressig geworden - man bemerkt den deutschen Drang, pünktlich zu sein. Den haben Brasilianer nicht.
Nach dem Essen ist Tobis Mutter mit Ivaneth und Ana Maria nach Anchieta gefahren um etwas zu erledigen und Tobias wollte mit Kinka angeln gehen. Da ich mich gestern wirklich verbrannt habe wollte ich nicht so gerne mit an den Strand. Ich bin dann bei Odete, Raquel und Diogo geblieben und wir haben ein wenig geredet (Odete hat ihren Kleiderschrank ausgeräumt, es war faszinierend. Die Menschen hier haben so viele Klamotten! Zumindest die, die ich hier so kenne).
Nach ein paar Stunden kamen Tobi und Kinka dann zurück, und Tobi und ich haben bei Odete noch eine verspätete Kaffeepause gehalten. Tobis Mutter war unterdessen zurück gekommen und zu einer Freundin gegangen. Weil es schon bald dunkel wurde, hat Diogo uns dann mit seinem Motorrad nach Hause gefahren. Zum Glück ist es nicht so weit, denn er musste den Weg zweimal fahren - einmal mit Tobias, und einmal mit mir. Ich bin vorher noch nie Motorrad gefahren, und es war irgendwie gruselig :D Vor allem, weil sie hier natürlich keine Sicherheitskleidung tragen und mit Flip Flops fahren. Aber es war ganz lustig, und Diogo ist auch super bewusst gefahren.
Am Abend war dann nicht mehr viel los, wir haben noch zu Abend gegessen und sind dann auch schon bald ins Bett gegangen.

Donnerstag, 30. März 2017

Surfen in Anchieta

Heute morgen hat Tobi mich ganz freundlich geweckt. Da seine Mutter heute nochmal mit Maicon nach Marataizes fahren wollte (sie hatte vor paar Tagen dort ihre Uhr und ein Armband vergessen) dachte ich eigentlich, dass wir ausschlafen - falsch gedacht. Heute hatten Joao Pedro und Maicon wieder frei, und Joao Pedro wollte uns zum Surfen mitnehmen. Wir haben uns also Brote geschmiert (zum Frühstück war bei mir leider keine Zeit mehr) und sind mit Bruna los. Wir sind zuerst mit dem Auto in Richtung Anchieta/Guarapari gefahren um uns die Strände anzusehen (Joao Pedro musste entscheiden, wo er denn surfen möchte) und haben uns dann für den Strand in Anchieta, dem Nachbarort von Iriri entschieden (eigentlich gehören die sogar zusammen glaube ich). An alles gedacht, haben wir dann unsere Sonnenschirme und Sonnenstühle aufgestellt und es uns gemütlich gemacht, während Joao Pedro sich mit seinem Board auf den Weg ins Wasser gemacht hat.
Er surft wirklich ziemlich gut, und hat unheimlich Spaß dabei. Wir sind unterdessen am Strand geblieben, haben die Gegend erkundet und einige Bilder gemacht. Auch hier war es nicht so voll, da nur Surfer ins Meer gehen konnten (aufgrund der Wellen war es zu gefährlich zum schwimmen). Wir sind einige Zeit dort geblieben, und am Ende durfte Tobi sogar mit Joao Pedro in die Wellen schwimmen gehen. Das war okay, schließlich ist Joao Pedro ja selbst Lifeguard.
Gegen Mittag, als sich der Hunger dann ausbreitete, fuhren wir zurück nach Portinho. Ana Maria war arbeiten und Tobis Mutter und Maicon noch nicht wieder zurück, so aßen wir alle zu Mittag. Danach sind Bruna und Joao Pedro für ein Mittagsnickerchen in ihre Wohnung gegangen, und wir haben uns auch ein wenig entspannt. Gegen halb 4 kamen die anderen dann auch wieder zurück, und hatten uns sogar Acaì Eis mitgebracht! :3
Da wir nichts mehr vor hatten, legten wir uns nochmal ein wenig hin und Tobias schaute die Bilder vom Vormittag durch. Aus irgendeinem Grund habe ich dann schon wieder einen Mittagsschlaf gehalten, und als ich wieder wach wurde war es schon dunkel. Tobias war unterdessen ein wenig bei Jo gewesen und hatte sich mit ihr unterhalten. Kurz nachdem ich wach geworden war, kam auch er wieder zurück. Für den Abend hatten wir uns mit Maicon zum Billard spielen verabredet, und so fuhren wir kurz nach dem Abendessen los nach Piuma. Der Billardtisch stand in einer Art Pizzeria. Hier ist Billard ganz anders: der Tisch ist kleiner, es gibt andere Regeln und die Kugeln sind alle "voll", das heißt man spielt nach geraden und ungeraden Zahlen. Von vier Spielen haben dann zwei Maicon und seiner Freundin und zwei Tobi und ich gewonnen - eine ganz gute Bilanz, obwohl sowohl Suelen als auch ich eher zur Deko da waren :D Wir furhen dann wieder zurück, schließlich wurde es schon wirklich spät. Auf dem Rückweg haben wir dann allerdings nochmal an einer Eisdiele angehalten. Dort gab es Churros Eis - ich habe selten so etwas geniales gegessen. Außerdem bin ich mehr als fasziniert, dass in Brasilien nicht mehr Leute zuckerkrank sind, denn die Menge an Zucker die sie überall rein machen (bzw Menge an Eis oder Fruchtsäften) ist wirklich faszinierend. Das wird sogar uns zu viel.
Eine andere Sache die mir aufgefallen ist:das Fußballspiel der letzten WM ist hier bei allen Menschen noch sehr präsent. Schon bei Tobis Familie ist mir das aufgefallen, aber heute Abend war es nochmal wirklich witzig. Wir waren nochmal in der Apotheke um NaCl zu kaufen, als der Verkäufer mich angesprochen hat. Ich hab natürlich kein Wort verstanden, wäre ja auch zu schön. Er hat Maicon dann gefragt wo wir denn herkommen, und als er mit "Deutschland" geantwortet hat, hat der Mann nur gelacht und "7:1" gesagt. Und das passiert uns super oft - egal wo wir hinkommen, wenn wir Menschen kennen lernen fällt mindestens einmal "7:1".
Jetzt legen wir uns schlafen, ich habe mir heute am Strand leider wieder einen ziemlichen Sonnenbrand eingefangen und Tobias schläft neben mir auch schon halb ein. Also, gute Nacht!

Joao Pedro beim Surfen

Tobi hat wieder einen Siri gefunden

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Mittwoch, 29. März 2017

Von echten Hühnern und einsamen Stränden

Auch heute hatten wir die Ehre, ein wenig länger zu schlafen. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir uns dann langsam fertig gemacht, um nach Iriri zu fahren. Um 12 Uhr waren wir da bei Diego, Tobis Cousin, und dessen Verlobten zum Essen eingeladen. Diego hat einige Hühner, die immer über das Grundstück laufen, und eines dieser Hühner ist wohl auf unserem Teller gelandet - Tobias war sehr traurig :D Wir haben uns viel unterhalten. Nach einer Weile hat Poliana dann angefangen zu backen, und wir sind mit Ivaneth nach Iriri rein an den Strand gegangen. Es war Nachmittag und der Strand quasi komplett leer, was daran gelegen haben könnte, dass das Wasser den größten Teil des Strandes eingenommen hatte. Außerdem war es recht windig und das Meer "böse", weshalb man auch nicht schwimmen gehen konnte (zumindest wenn man recht bei Sinnen ist). Wir haben uns dann ein wenig in den noch trockenen Sand gelegt, Tobias ist Muscheln sammeln gegangen. Als die Sonne dann endgültig hinter den Wolken verschwunden ist, haben wir uns wieder auf den Weg zurück gemacht.
Luana und Neves sind heute wieder zurück nach Serra gefahren. Bevor wir fliegen sind wir aber nochmal zwei Tage dort, wir werden sie also nochmal sehen. Wir waren dann noch bei Odette und haben einen Acaì Shake getrunken der wirklich lecker war, wie so ziemlich alles mit Acaì :D
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert, als wir uns auf den Weg zurück nach Portinho gemacht haben ist es schon langsam dunkel geworden. Es gab dann noch Abendessen, aber ansonsten sind wir nur noch schlafen gegangen.

Dienstag, 28. März 2017

Erholung

Heute haben wir es etwas langsam angehen lassen. Es war Regen gemeldet, und so haben wir uns nichts großes vorgenommen,
Tobias und ich haben erstmal bis 9 Uhr "ausgeschlafen" - das war dringend nötig. Schon zum Frühstück waren einige Leute da (ich kann gar nicht mehr sagen wer alles, es sind einfach immer. so. viele. Leute. da.)
Wir haben den Tag dann wirklich ein wenig zum "Entspannen vom Entspannen" genutzt. Tobias ist viel durch die Gegend gelaufen. Ich habe mir einen Mittagsschlaf gegönnt. Zum Kaffee waren wir bei Jo.
Am Abend waren wir bei Tobis Tante Aparecida zum Grillen eingeladen. Da sie nicht mehr in "walking distance" wohnt, wurden wir von ihrem Mann mit dem Pickup Truck abgeholt. Das war so richtig klischeehaft, Neves und ich haben vorne im Führerhaus gesessen, und hinten auf der Ladefläche hat sich Familie Da Silva Fabiano (okay, ich glaube sie heißen nicht alle so mit Nachnamen) schon fast gestapelt. Aber in Brasilien ist alles erlaubt :D
Beim Grillen hatten wir dann wirklich Spaß. Es gab natürlich super viel Essen, und es wurde super viel Zeit damit verbracht Bilder zu machen - zwei Cowboyhüte kamen zur Anwendung, die Pferde der Familie (Aparecida und ihr Mann haben 4 Pferde) wurden aus den Boxen geholt und es wurden Bilder geschossen. Es war eine richtig schöne Atmosphäre. Um viertel vor 10 war außerdem ein weiteres Länderspiel von Brasilien, dieses mal gegen Paraguay. Als wir uns dann alle müde geredet und gegessen hatten, fuhren wir in der Halbzeit des Spieles wieder nach Hause.
Bei Ana Maria haben Tobi und seine Mutter das Spiel dann noch zuende geschaut und wir haben unsere Wäsche aufgehangen. Danach ging es auch schon ins Bett.
Passiert ist heute also nicht so viel, aber es war auch mal ganz angenehm, es etwas ruhiger angehen zu lassen.

Familienfoto: Tobis Tante mit ihren Kindern

ganz viel Fleisch


Fotoshooting mit dem Pferd

Montag, 27. März 2017

Ein Tag in Marataízes

Heute sind wir für einen Tag zur Tante von Tobis Mutter und damit Schwester von Tobis Oma gefahren. Nach langem hin und her wollten wir um halb 8 los fahren; Bruna hatte sich freundlicherweise bereit erklärt uns mit dem Auto zu fahren, so mussten wir nicht mit dem Bus fahren. Da sie dann aber morgens noch zum Arzt musste (sie ist im 6. Monat schwanger) ging es dann doch erst gegen halb 9 los.
Alle ins Auto gepackt ging es dann los nach Marataizes. Hier in Brasilien muss man sich auf dem Rücksitz nicht anschnallen und es ist den Leuten wohl auch ziemlich egal, wie man die Menschen hinten im Auto stapelt. So sind wir zu viert auf dem Rücksitz gefahren, was zwar echt eng war, aber dank Tetris passte. Wir fuhren etwa eine Stunde. Tobis Großtante (+ Familie) wohnt auf dem Land außerhalb von Marataizes. Bis in die Stadt kannte Bruna den Weg, danach mussten wir uns nach dem Weg erkunden. In Mitten von Ananasfeldern fanden wir dann das Haus (okay, es gab natürlich auch ein paar Nachbarn, aber es war schon ziemlich ländlich).
Wir wurden direkt groß begrüßt: von der Schwester von Tobis vovó (Oma), ihrer Tochter und noch zwei Söhnen. Über den Tag verteilt kamen da noch eine Tochter und noch ein Sohn und zwei (oder drei?) Enkelkinder dazu.
Die Häuser waren umgeben von allem möglichen Obst - es gibt nicht viel, was bei denen nicht auf den Bäumen oder Sträuchern wächst. So gab es riesige Kokosnusspalmen (im Laufe des Tages hat Tobi sogar eine Kokosnuss auf dem Boden gefunden, die noch gut war und aus der wir das Kokoswasser trinken konnten), Papaya-, Maracuja- und Mangobäume, ein riesiger Avocadobaum (zumindest haben wir nur einen gesehen), Maniok, Acaì, Chili,ganz ganz viel Ananas und noch wirklich viel viel viel mehr. Außerdem gab es auf dem Gelände natürlich auch drei Hunde, von denen der eine Tobi hieß :D
Wir haben viel Zeit damit verbracht, uns mit allen zu unterhalten und das Gelände zu erkunden. Besonders Tobias hatte dabei wirklich Spaß. So konnte er live dabei zusehen, wie der Mann von seiner Großtante mit seinem Sohn Zuckerrohrsaft aus Zuckerrohr gepresst hat.Wir waren mit Luana und Neves hierher gefahren und ich glaube, dass auch sie schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr hier waren.
In der Nähe, etwa 5-10 Minuten entfernt neben dem Strand, befindet sich die Lagoa do Siri, ein See, der im Sommer wohl maßlos überfüllt ist. Gegen Nachmittag, nach einem köstlichen Mittagessen sind wir mit zwei Cousinen und einem Cousin von Tobis Mama dort hingefahren und haben einige Fotos gemacht. Brasilianer machen wirklich, wirklich gerne Fotos. Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich in einem Dorf auf dem Weg anhalten, wo das Elternhaus von Tobis Oma steht und auch noch Geschwister von ihr wohnen, aber von denen war leider keiner zuhause.
Zurück auf dem Gelände durften wir ganz viel Obst sammeln, welches wir mit nach Piuma nehmen durften. Dafür ist der Cousin von Tobis Mama zum Beispiel auf dem Avocado- oder dem Orangenbaum rumgeklettert und hat das Obst von oben runtergeschlagen.
Als wir uns auf den Weg zurück gemacht haben, hatte es schon angefangen dunkel zu werden. Auf dem Weg sammelten wir noch Joao Pedros Arbeitssachen auf (der Strand, an dem er und Maicon Rettungsschwimmer sind, lag direkt auf dem Weg).
Zurück bei Ana Maria gab es Abendessen, viel zu erzählen und vor allem waren wir alle super müde.


hier wird gerade Zuckerrohrsaft gepresst

Maracuja

Limette

Maniok

Bananen

Acaì

Tobi und Tobi

Chili

Ananas

die heilige Avocado

Tobi mit seiner Großtante

Sonntag, 26. März 2017

Muito comida, muito da comer

Nur hier ist es möglich, ohne Stress Stress zu haben.
Heute morgen haben ich wieder ein wenig "länger" geschlafen und bin erst um 8 Uhr wach geworden. Wir mussten uns ein wenig beeilen, weil Tobis Mutter nicht so spät nach Iriri fahren wollte und wir unsere Koffer packen mussten, um heute Abend bei Odete und danach bis Mittwoch bei Tobis Großtante zu schlafen.
Im Endeffekt sollten wir unsere Koffer dann doch noch nicht mit nach Iriri nehmen, weil Bruna uns nun wenigstens die Hälfte des Weges zu Tobis Großtante fahren würde und wir deswegen nicht in Iriri schlafen würden. Also gut.
Wir sind dann mit Bruna und Joao Pedro nach Iriri zu Tobis Oma gefahren. Dort haben wir ein wenig Zeit verbracht, aber schon bald sind Bruna, Joao Pedro, Tobi und ich nach Iriri an den Strand gefahren, Tobis Mutter ist bei ihrer Schwester etc geblieben.
Wir sind dann an den Praia areia preta gefahren, wo Joao Pedros Vater einen Kokosnussstand hat. Maicon und seine Freundin Suelen waren auch schon da. Wir haben dann eine kalte Kokosnussmilch getrunken, und die Männer sind ins Wasser und wollten Kayak fahren. Bruna und ich hatten keinen Bikini dabei (heute wollte ich wirkich! mal im Schatten bleiben). Es war wirklich zu schön anzusehen, wie die Männer sich im Wasser abgemüht haben :D Bald gibt es wieder Bilder.
Ich habe mich dann doch von Suelen überreden lassen, mit ihr einmal mit dem Tretboot raus zu fahren. Wir sind dann raus zum Kayak gefahren (ganz schön anstregend das alles) und haben ein wenig zugeschaut, irgendwann ist sie dann ins Wasser gesprungen und Tobias ist mit mir zurück zum Strand gefahren.
Außerdem haben wir am Strand auch noch eine Frau getroffen, die mit ihrem mobilen Stand rumgelaufen ist und Ketten, Armbänder etc verkauft hat. Seitdem wir hier sind werden Tobias und ich gefragt, warum wir keine Ringe tragen - hier ist es wohl ganz selbstverständlich, dass Paare Ringe tragen. Wir haben uns dann also bei dieser Frau Ringe gekauft, und zwar Ringe aus Kokosnuss - wenn schon, dann auch authentisch brasilianisch.
Als dann alle wieder aus dem Wasser draußen und trocken waren, sind Tobi und ich mit Joao Pedro und Bruna noch an die Aussichtspunkte gefahren, an denen wir letzte Woche auch schon mit Maicon waren, nur diesmal war das Wetter einfach viel schöner. Die Sonne hat gebrannt und es war unglaublich heiß.
Danach ging es wieder zurück "na casa di vovo'". Dort hatte Tobis Tante schon Mittagessen gekocht, und wir haben alle mehr oder weniger zusammen gegessen - über das ganze Haus verteilt, weil sonst nicht genug Platz war.
Nachdem wir uns noch ein wenig die Zeit vertrieben hatten, lud Samuel uns ein, mit ihm nach Piuma an den Strand zu fahren und dort Eis essen zu gehen. Wir sind dann also zu dritt raus und haben auf den Bus gewartet, und zwar wirklich eeewig. Kurz bevor er dann gekommen wäre, kam auch ein Bekannter von Samuel vorbei der ebenfalls nach Piuma wollte, und so wurden wir mitgeholt.
In Piuma sind wir die Strandmeile entlang gelaufen. Der Strand dort ist im Gegensatz zu Iriri wirkich groß, dafür aber nicht vergleichbar schön. Wir haben uns dann Eis gegönnt (um ehrlich zu sein sogar zwei, einmal auf dem Weg hin und einmal auf dem Weg zurück), sind ganz viel gelaufen und haben uns ein wenig in den Touristenshops umgesehen. Dort haben wir auch einen Adapter für unsere Laptops gefunden, dank dem mein Laptop jetzt auch wieder läd :) und das für unter 2 Euro!
Als wir dann müde waren sind wir wieder mit dem Bus zurück nach Iriri gefahren.
Abendessen gab es heute bei Odete. Wir sind also schon ein wenig früher zu ihr gegangen und haben noch ganz viel mit Raquel und Diogo geredet.
Zum Abendessen gab es Bobo di camarao, eine Art Eintopf mit Garnelen - ein wenig scharf, aber wirklich lecker. Wir haben uns dann noch reg unterhalten, bis wir irgendwann wieder gehen mussten.
Nach Hause kamen wir dann im Endeffekt wirklich spät, da Joao Pedro (der mittags irgendwann gefahren war) uns abholen sollte und einige Zeit gebraucht hat. Bei Ana Maria ging es dann erstmal direkt unter die Dusche.
Es gab außerdem noch eine Planänderung, wir bleiben jetzt doch nicht mehrere Tage bei Tobis Großtante. Morgen früh fahren wir früh los (halb 8 :o) und fahren dann abends wieder zurück. Das heißt allerdings, dass wir jetzt unbedingt schlafen gehen müssen. Ich schlafe hier nicht sonderlich gut und bin deswegen immer total müde, also jetzt ab in die Koje. Bilder werden nachgeliefert :)



Joao Pedro und Bruna


Kaktusfrucht

der einäugige Hund

Piùma

Samstag, 25. März 2017

Che calor!

Auch heute morgen haben wir (versucht) uns relativ zügig auf den Weg zu machen, da Tobias und Kinka sich für halb 10 zum Angeln verabredet hatten. Den Weg von Ana Marias Haus nach Iriri gehen wir eigentlich meistens zu Fuß, und so waren wir ein bisschen spät dran. Kinka und Tobi sind dann an den Praia di areia preta angeln gegangen, und Luana, Neves, Myrella, Tobis Mutter und ich sind an den gleichen Strand zum Sonnen gegangen, aber haben ziemlich am anderen Ende gelegen. Da jetzt Wochenende ist waren etwas mehr Menschen am Strand. Anders als in Deutschland haben wir uns doch überwiegend im Schatten aufgehalten - und dennoch habe ich nach heute mehr Sonnenbrand als die ganzen anderen Tage zusammen. Es war unglaublich heiß und die Sonne super stark.
Irgendwie kam Tobi dann zu uns rüber und Kinka ist nach Hause gegangen, die zwei hatten wieder ordentlich Fische gefangen (unter anderem einen Bajacu). Wir sind noch ein bisschen an dem Strand geblieben, bevor wir zum Mittagessen an den Praia dos namorados gegeben sind und im dem Restaurant wo Odette arbeitet gegessen haben. Es ist super lecker - ziemlich landestypisch - aber schon nicht ganz billig. Dann haben wir uns auf den Weg zurück zu Tobis Oma gemacht. Auf dem Weg haben wir noch an einem Açaí Laden angehalten und uns ein Eis gegönnt.
Als wir dann endlich wieder bei Tobis Oma zuhause waren, war es schon 5 Uhr und wir alle hundemüde. Wir sind also auch nicht mehr so lange geblieben, bevor wir uns auf den Weg zu Ana Marias Haus gemacht haben.
Auf dem Weg dorthin haben wir einen wunderschönen, halb verhungerten Labrador gesehen, der total traurig war. So ein wunderschöner Hund. Ein bekannter von Tobis Mutter, den wir dort ebenfalls trafen sagte, der Hund habe zwar eine Familie, aber die kümmere sich nicht um ihn und gebe ihm kein Fressen. Da wir im Restaurant vorher nicht alles aufgegessen hatten und den Rest dabei hatten, haben wir das dem Hund gegeben und er hat sich total gefreut.
Zuhause angekommen haben wir noch ein wenig Zeit mit Maicon und Joao Pedro verbracht. Abendessen gab es nicht mehr groß, weil wir wirklich super viel gegessen hatten. Wir haben dann alle nicht mehr viel gemacht, und sind dann todmüde ins Bett gefallen.
Ich habe es nun mit der Hilfe von Jos Internet endlich geschafft, Bilder hinzuzufügen! Schaut also ruhig mal bei den älteren Posts vorbei :) auf der schlechten Seite hat mein Laptop sich entschieden momentan nicht mehr zu laden. Da Tobis Laptop hier aufgrund des Steckers gar nicht funktioniert müssen wir das Problem jetzt erstmal wieder beheben, bevor es mehr Bilder geben wird :/
Außerdem werden wir von Montag bis Mittwoch zur Schwester von Tobis Oma fahren. Da es dort mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Internet geben wird, werden wir dort wohl nicht jeden Abend (oder morgen) bloggen können - das wird aber natürlich alles nachgeholt ;)


Bem vindo a Iriri


Acaì-Eis

Freitag, 24. März 2017

Heute morgen konnten Tobi und ich mal wieder "ausschafen"  - also so bis halb 8 schlafen. Für heute war nicht so viel geplant. Nach dem Frühstück hat Tobi dann gesagt, dass wir mit Maicon hier in Pau Grande am Meer angeln gehen können. Seine Mutter wollte nicht mitkommen, da sie wirklich super verbrannt ist. Außerdem sollten heute Luana und Neves aus Serra nach Piuma kommen.
Wir haben uns also eingecremt und sind mit Maicon zum Meer gelaufen. Wenn man hier vom Haus aus einfach die Straße den Berg hoch und auf der anderen Seite wieder runter geht, ist man schon da - allerdings ist das kein Strand, sondern Felsen. Die zwei haben dann dort für eine Weile geangelt und ich habe mich auf die Felsen gelegt, aber schon bald meinte Maicon, dass die Wellen hier zu groß werden zum angeln. Wir sind dann über die Felsen in Richtung Strand von Pau Grande gelaufen, ein echtes Abenteuer. Aber auch dort war nichts zu holen, sobald sie auf den Steinen nah genug ans Meer gegangen sind, wurden sie von den Wellen komplett nass gemacht. Also weiter, auf den Steinen Richtung Strand Praia di areia preta in Iriri. Das war schon eine ganz schöne Entfernung. Zum Glück mussten wir aber nicht ganz bis nach Iriri laufen, denn nach einer Weile haben wir einmal angehalten und die zwei wollten einfach mal auswerfen, und siehe da, schon hatte Tobi einen Fisch gefangen. Dort sind wir also geblieben, die Jungs haben geangelt und ich habe in der Sonne mein Buch gelesen.
Eigentlich haben sie eine ganze Menge gefangen, allerdings waren die meisten Fische noch zu klein und sie mussten sie deswegen zurück ins Meer werfen. Aber zwei schöne Fische konnten wir doch mit nach Hause nehmen.
Zum späten Mittagessen waren wir dann wieder bei Ana Maria. Wir haben geduscht und uns frisch gemacht, das ganzen Haus war schon voller Leute (Luana und Neves waren aus Serra eingetroffen, außerdem waren noch Jo und Samuel da). Wir haben viel geredet, und irgendwann sind die Erwachsenen nach Piuma zu einer Art Tuppergeschäft gefahren. Maicon und Tobi waren mit dem Motorrad in eine Nachbarstadt gefahren wo Maicon seinen Arbeitsvertrag neu unterschreiben musste, aber die zwei waren recht schnell wieder da. Wir haben dann unseren Nachmittag auf der Couch verbracht und uns über die Unterschiede zwischen Brasilien und Deutschland unterhalten.
Die anderen kamen relativ spät erst wieder zurück, und dann haben wir auch schon direkt was zu Abend gegessen und sind relativ schnell schlafen gegangen.

Momentan bin ich abends einfach zu müde um noch Blog zu schreiben. Es ist verrückt, wir machen am Tag gar nicht soo viel, aber die Hitze macht einen doch sehr müde - außer wohl heute, denn leider hat die heutige Felsenwanderung auch meine Flip Flops auf dem Gewissen :(

Donnerstag, 23. März 2017

Dia na praia di Iriri

Heute war endlich wieder ein Strandtag angesagt. Tobias wollte heute mit seinem Onkel Kinka angeln gehen, und so haben wir uns gegen 8 Uhr am Haus von Tobis Oma (wo auch Kinka wohnt) getroffen.
Nach einer Inspektion der Angeln haben wir uns dann auf den Weg an den Strand von Iriri gemacht.
Iriri hat vier Strände, und wir sind zuerst an den größten Strand praia di areia breta gegangen.
Tobias und Kinka haben dann vom Strand aus geangelt, und Tobis Mutter und ich haben uns an den Strand in die Sonne gelegt und entspannt. Die Männer haben dann hin und wieder ein wenig ihren Standort gewechselt, und sogar ein paar kleine Fische gefangen. Es war super angenehm, und da momentan keine Saison ist und Iriri vor allem ein Touristendorf ist (von brasilianischen Touristen), war wirklich wenig los am Strand. Wir mussten uns immer wieder umlegen, da gerade Flut war und das Wasser uns immer wieder seehr nah kam.
Nach einer Weile sind wir dann an den zweiten Strand gegangen, den praia costa azul. Dort wollten die Männer noch ein wenig mehr angeln. Zum Liegen war der Strand um die Uhrzeit nicht so super, da das Wasser fast den kompletten Strand eingenommen hatte, aber da ich sowieso Sonnenbrand habe, hab ich mich dann mit so einem Strandstuhl, den wir freundlicherweise von Tobis Tante mitbekommen hatten, im Schatten in den Sand gesetzt - da war es nicht so schlimm, dass die Füße regelmäßig im Wasser standen :D
Tobi und Kinka haben mit Shrimps als Köder geangelt, und als die Shrimps leer waren haben wir uns auf dem Weg zurück zum Wohnkomplex von Tobis Oma gemacht. Wohnkomplex ist vielleicht nicht das richtige Wort (zumindest hatte ich mir da vorher was anderes drunter vorgestellt), es sind einfach drei vier kleine Häuschen nebeneinander, wo verschiedene Familienmitglieder von Tobi wohnen. Auf dem Weg zurück habe ich mir noch einen sexy Sonnenhut gekauft, der hier ziemlich im Trend zu sein scheint, gegen mehr Sonnenbrand am Haaransatz.
Bei Tobis Oma angekommen waren eigentlich alle da - Oma, Tante, Onkel, Cousins, alle waren sie da. Hier in Brasilien besteht die Möglichkeit abends erst in die Schule zu gehen, und so hat Iury zum Beispiel abends von 6 bis 10 Schule (nur 4 Stunden, bei uns unvorstellbar). Tobis Tante Ivaneth hat dann für uns gekocht und wir haben noch sehr viel Zeit bei ihnen verbracht und ganz viel geredet.
Am recht späten Nachmittag sind wir dann zu Fuß zurück zu Ana Maria gegangen, haben geduscht und es gab Abendessen. Um 8 Uhr spielte die brasilianische Nationalmannschaft gegen Uruguay, und das mussten wir uns natürlich ansehen. Vorher sind wir noch spontan kurz mit Joao Pedro und Bruna nach Piuma gefahren, um nach Ringen aus Kokosnuss zu schauen - die sind super schön.
Das Spiel ist dann, für die unter euch die es nicht verfolgt haben, 4:1 für Brasilien ausgegangen. Als es dann um knapp 10 Uhr vorbei wahr, sind Tobias und ich ins Bett gefallen und direkt eingeschlafen.

Mittwoch, 22. März 2017

Wanderung im "Regen"-Wald

Schon um halb 7 hat heute morgen unser Wecker geklingelt. Als wir aufgestanden sind haben wir festgestellt, dass Tobis Mutter mit ihrer Schwester Brötchen kaufen war. Daher haben wir die Zeit genutzt, um uns schon einmal einzucremen. Eigentlich dachten wir es würde heute wieder an den Strand gehen, aber nach dem Frühstück wurde uns offenbart, dass wir heute mit Maicon an einen Wasserfall fahren würden.
Wir haben uns also fertig gemacht und Verpflegung vorbereitet, und schon bald saßen wir im Auto. Die Fahrt zu dem Wasserfall war ungefähr eine Stunde lang und führte in das Innere des Landes hinein, zwischen den wunderschönen Bergen hindurch. Dort, kurz vor dem winzigen Dörfchen Mathilde, befindet sich der Wasserfall cachoeiro de Matilde. 
Von der Straße ab führte ein ziemlich erschlossener Holzweg an der Seite des Berges hinunter zu dem Wasserfall. Etwas oberhalb von dem Wasser war eine Plattform, und hier endete der Weg - aber natürlich nicht für uns. Maicon nahm Tobi und mich mit die Felsen hinunter ans Wasser, während seine Mutter und Ana Maria von etwas weiter oben das Spektakel beobachteten. Das Wasser war super kalt und bei jedem Windstoß wurden wir nass, aber es hat ungeheuer Spaß gemacht.
Wir haben also natürlich ganz viele Bilder gemacht (bei Gelegenheit und besserer Internetverbindung werde ich noch welche in den Blog hinzufügen, versprochen!) und sind dann wieder zurück zum Auto, denn für uns sollte es heute mehr als nur einen Wasserfall zu sehen geben.
Nach einem kurzen Snack und ein wenig Kaffee ging es weiter ins Landesinnere, wo die Obstbäume mehr und die Dörfer immer kleiner werden. Es ist ja wirklich paradiesisch schön dort, aber man ist gefühlt wirklich fernab von der großen Welt dort draußen. 
Je weiter wir ins Landesinnere fuhren, desto schlechter wurde die Straße. Oft stehen Schilder an der Straße, die eine Höchstgeschwindigkeit von 80, 60 oder 40kmh vorschreiben, aber wem sein Leben und sein Auto lieb ist, der fährt deutlich langsamer. Irgendwann waren wir dann sogar ab vom geteerten Weg und es ging auf Sandboden weiter. Der Regen von vor einigen Tagen (und mit Sicherheit auch von vorher irgendwann) hat riesige Rillen in die Straße gezogen, und da Brasilianer auch gar nicht erst daran denken ihre Straßen zu ebnen glich die Fahrt eher einer Achterbahnfahrt mit einem Jeep. 
So Popo-schädlich die Fahrt, so wunderschön die Aussichten. Überall waren Berge zu sehen, und als wir dann tiefer hinein sind waren überall zu unseren Seiten die verschiedensten Obstbäume und -plantagen. Sogar einen Acai-Baum haben wir gesehen! 
Irgendwann mussten wir dann das Auto stehen lassen und zu Fuß weiter. Hier wurde es wirklich abenteuerlich, denn schon bald wurde aus Sandboden Waldboden, und der Weg verwandelte sich in "ab durch die Mitte", an Ästen vorbei, über Steine hinweg immer weiter hinein in den Wald. 
Hin und wieder fragten wir uns doch, wo das alles hinführen sollte - besonders dann, wenn die Sprache wieder auf giftige Schlangen und große Spinnen fiel. Auch unsere Flip Flops waren wohl nicht das perfekte Schuhwerk für die "kleine" Wanderung, aber mit so etwas hätte auch keiner (zumindest ich definitiv nicht) gerechnet. Aber der durchaus nicht ganz kurze Weg sollte sich doch lohnen - und so sahen wir gleich zwei wunderschöne Wasserfälle, die beide wirklich fernab von allem lagen. An dem ersten etwas kleineren setzen wir uns auf ein kleines Stück Wiese und aßen dort unsere mitgebrachten Leckereien - Mangos, Papaya, Pao de queijo (Käsebrötchen) und sogar bollo (Kuchen) hatten wir dabei. 
Dann ging es weiter zu dem dritten, durchaus schönsten Wasserfall. Mehrmals mussten wir auf dem Weg dorthin den Bach selber überqueren, aber als wir es dann geschafft hatten wartete ein wunderschönes Naturereignis mit eigenem Strand auf uns. Wir setzten uns in die Mitte des winzigen Strandes auf Felsen und genossen erstmal die Aussicht (natürlich wurden auch wieder unzähliche Fotos geschossen, und gegessen wurde natüüüüüürlich auch). 
Der Weg zurück war dann doch etwas kürzer als uns der Hinweg vorgekommen war, und verlief Gott sei Dank ohne Verletzte (mein Herzinfarkt aufgrund einer etwa mittelgroßen Spinne ausgelassen). Zurück am Auto war es dann schon Nachmittag und wir waren alle erledigt und bereit für die Heimreise. Auf dem Weg zurück kauften wir in einem kleinen Dorf noch selbstgemachte Schokolade (ein Geheimtipp von Maicon) und klauten ein paar Avocados vom Baum (hihihi). Gegen halb 6 waren wir dann wieder bei Ana Maria zuhause. Tobi und ich gönnten uns erstmal eine Dusche, und bald darauf gab es auch schon Abendessen.
Und nun, wie könnte es auch anders sein, müssen wir ganz dringend schlafen gehen, da wir morgen schon wieder früh aufstehen müssen. Ich weiß nicht warum, aber Brasilianer schlafen nicht. Zumindest fühlt es sich für mich so an. Also - auf zum Schönheitsschlaf, boa noite!



Autofahrt mit einer Aussicht







Unser Weg durch den Wald


Dienstag, 21. März 2017

Endlich

Als wir heute morgen wach geworden sind, hat endlich wieder die Sonne geschienen.
Schon nach dem Frühstück hat Bruna uns dann zum Strand gefahren. Für Tobias und mich gab es ein Brötchen mit Käse/Schinken und ein Brötchen mit Avocado. Hier glaubt uns keiner, dass man Avocado mit Salz auf Brot essen kann, hier gibt es das wohl nur zum Löffeln mit Zucker. Ganz seltsam 
In Iriri gibt es vier Strände die unterschiedlich groß sind (keine Angst, auch der größte ist nicht riesig). Wir sind zum Praia dos namorados (übersetzt Strand der Verliebten) gefahren, wo die Schwägerin von Tobis Mutter in einem Restaurant arbeitet (natürlich nicht vergleichbar mit deutschen Restaurants). Die Sonne hat zwar geschienen und es war wirklich schön, aber noch nicht annähernd so brechenden heiß wie an dem Tag, an dem wir nach Iriri gekommen sind. Dementsprechend war der Strand auch wirklich leer, ich glaube über den ganzen Tag waren vielleicht drei oder vier weitere Familien da.
Wir sind dann bis zum Nachmittag gegen halb 4 am Strand geblieben - haben in den Wellen Quatsch gemacht, gelesen, sind auf dem Felsen geklettert und haben von dort sogar Schildkröten im Wasser spielen sehen! Zu Essen gab es zur Mittagszeit einen großen Tisch mit Pommes und frittierter Maniok Wurzel.
Als es dann Nachmittag wurde haben wir uns auf gemacht zum Haus von Tobis Oma. Dort haben wir ein bisschen Zeit mit Tobis Cousins (und vor allem deren einäugigen Hund 邏) verbracht, bevor Bruna uns wieder abgeholt hat  Der Hund ist absolut Zucker, er kam von der Straße wo er ein Auge verloren hat und wohnt jetzt mit Tobis Tante.
Zuhause bei Tobis Tante Ana Maria sind wir dann erstmal alle duschen gegangen, und dann gab es auch schon Abendessen. Hier in Brasilien gibt es zu jeder Mahlzeit schwarze Bohnen  - okay, zum Frühstück natürlich nicht, aber sonst wirklich immer. Um halb 8 sind wir dann zu Jo rüber gegangen. Bei ihr war heute Abend so etwas wie eine Bibel Stunde. Ihre Familie ist evangelisch, und generell sind die Menschen hier sehr gläubig. Eigentlich wollte Tobi gar nicht hin, aber ich konnte ihn dann überreden, dass wir es uns einmal ansehen  es waren so ungefähr 15 Leute da. Angefangen hat das ganze mit einem Spiel um Schlüssel und Schloss, welches später auch das Thema sein sollte, worüber Jo ganz viel geredet hat (ich habe nicht alles verstanden, und zum Teil war es auch einfach sehr anstrengend zuzuhören). Es war ein wenig wie in Amerika in der Kirche. Sie hatte einen Bibelvers gelesen, und dieser war der Ausgangspunkt für ein langes Gespräch/Predigt. Zum Ende wurde noch zusammen gebetet, und dann war es auch schon zuende. Jo und ihr Mann haben uns dann noch ihre "Vogelsammlung" gezeigt (sie haben echt eine ganze Menge Vögel, die allesamt eigentlich ziemlich lieb sind).
Zurück bei Ana Maria geht es für uns alle eigentlich nur noch ins Bett. Morgen wollen wir wieder zum Strand, und Tobis Mama möchte schon früher hin als heute - das heißt, wir müssen früher aufstehen  gute Nacht!

Praia dos namorados


Schildkröte!!!

Hund!!!

Vogel!!!

Montag, 20. März 2017

Der etwas andere Tag am Strand

Auch heute war Petrus leider nicht sehr gnädig mit uns. Schon kurz nach dem Frühstück kam Joao Pedro und sagte uns, das wir heute wohl eher nicht schwimmen gehen können - das Meer war unruhig und die Wellen sehr hoch. Wir haben uns also, zumindest vor dem Mittagessen, vor allem im Haus aufgehalten. Über uns wohnt Joao Pedro, und darüber "unter dem Dach" Maicon. Dieser renoviert gerade seine Wohnung und hat uns mit hoch genommen, unter anderem auch, weil man auf das Dach steigen kann und von dort aus eine Wahnsinns Aussicht hat.
Nach dem Mittagessen sind wir mit Joao Pedros Freundin nach Piúma einkaufen gefahren. Tobis Mama wollte unbedingt Sprudel haben, und Tobi und ich wollten uns nach etwas zu knabbern umsehen.
Im Supermarkt war es Wahnsinn. Auf der einen Seite haben wir natürlich wieder Nutella gesehen, 350g für etwas über 6€. Andererseits war die Obsttheke wie der Himmel auf Erden. Mangos, Papayas, Guiaven, alles umgerechnet circa 1€ pro Kilo. Avocados waren sogar im Angebot für etwas mehr als 50 Cent pro Kilo! Der absolute Wahnsinn.
Gekauft haben wir unser Obst allerdings nicht im Supermarkt, sondern in einem kleinen Obstladen ein paar Häuser weiter, da hier alles noch ein wenig frischer und schöner war (bei gleichem Preis). Außerdem gab es hier auch Süßkartoffeln für etwas mehr als 50 Cent pro Kilo 😥 warum kann das in Deutschland nicht so sein?
Nach dem Einkaufen hat Maicon Tobi und mich mitgenommen und wir sind nach Piúma Açaí essen gegangen. Das isst (oder trinkt, als Slurpy) man hier sehr viel, da die Beere aus dem Amazonas Gebiet kommt. Ich habe gelesen, dass sie sehr gesund und unter anderem auch entzündungshemmend wirkt, also perfekt für mich gerade 😄 und es schmeckt einfach sooo gut. Fertig mit dem Açaí sind wir dann in Piùma und danach in Iriri an den Stränden entlang gefahren und er hat uns ein paar Aussichten gezeigt. Es war super schade, dass es so bewölkt und windig statt sonnig war, denn die Strände hier sind einfach wunderschön. (ich muss demnächst unbedingt mal Bilder hochladen, aber ich habe noch nicht herausgefunden wie das mit dem Handy geht 🙁)
Als wir von unserem kleinen Strandausflug zurück kamen war natürlich wieder full house - Tobis Tante Ivaneth war mit ihrer Tochter da, sowie seine Cousine Jo mit ihren zwei Kindern.
Nach dem Abendessen ist Tobi zu Joao Pedro hoch gegangen um mit ihm nochmal Fußball auf der Playstation zu spielen (Zeit für eine Revanche - hat nicht so ganz funktioniert) und ich bin mit Jos Kindern Amanda und Micahel da geblieben. Wir haben ein wenig rumgealbert und versucht zu reden, es war wirklich lustig und die zwei sind zuckersüß.
Als sie nach Hause gegangen sind, kam Tobi dann auch wieder zurück und wir haben uns langsam auf Richtung Bett gemacht.

Es ist ganz angenehm, dass es momentan ein wenig regnet und die Temperaturen nicht so unfassbar hoch sind. Trotzdem wäre ich langsam froh, wenn die Sonne sich nochmal zeigen würde und wir zum Strand gehen könnten 😄 naja, erstmal freuen wir uns wieder über eine angenehme Nacht. Bis morgen - até amanha!

Praia di areia preta

alles ganz weit weg ...

Praia dos namorados

Sonntag, 19. März 2017

Nasse Abkühlung

Heute morgen sind wir zu einer kleinen Überraschung aufgewacht - es hat in Strömen geregnet, das Wasser ist in Bächen die Straße runter gelaufen. Nachdem wir beide eine eher weniger erholsame Nacht hatten aufgrund der Hitze waren wir aber gar nicht so traurig, denn plötzlich war die Luft natürlich viel kühler.
Allerdings hieß das auch, dass wir nicht zum Strand gehen konnten, bevor das Wetter sich beruhigt hat.
Nach dem Frühstück bekamen wir noch ein bisschen Besuch von einer Schwester von Tobis Mama und deren Kindern. Es wurde viel geredet, und ansonsten wirklich vor allem das Wetter abgewartet.
Als es auch zum Mittagessen noch geregnet hat (mehr oder weniger stark) haben wir beschlossen, eine Regenpause abzuwarten und dann zu Tobis Oma nach Iriri zu gehen. Es hat noch ein wenig gedauert, aber dann konnten wir uns endlich auf den Weg machen.
Unterwegs haben wir, wie immer, Straßenhunde getroffen. Von denen gibt es so viele, es bricht mir wirklich fast das Herz. Ich habe einen von ihnen, der aussah als sei er noch ein wirklich junger Hund und wunderwunderschön, gestreichelt und er war einfach so zuckersüß! Hat sich auf den Boden auf den Rücken gelegt und war total glücklich, ich hätte ihn wirklich am liebsten mitgenommen 😍
Der Weg zum Haus von Tobis Oma war zwar nur circa 15 Minuten lang, aber ging an der Hauptverkehrsstraße entlang und war deswegen eher ungünstig.
Bei Tobis Oma im Haus bzw in den Häusern drum herum wohnen noch 3 Geschwister von Tobis Mama mit ihren Kindern, und alle waren sie zusammen als wir ankamen. Die Menschen hier sind nochmal ein wenig ärmer, das hat man an den Wohnungen gemerkt. Und dennoch empfangen sie einen mit einer Herzlichkeit, die fast unvergleichbar ist - sie haben nicht viel, aber bieten dir sofort Saft und Getränke an, und im Laufe des Nachmittags haben sie uns sogar Popcorn gemacht.
Wir waren also den ganzen Nachmittag dort, während draußen die Welt fast untergegangen ist, haben geredet und viel Spaß gehabt. Auch hier gab es wieder super süße Hunde 😍 und sogar Hühner.
Zu unserem Glück wurden wir am Abend von Tobis Cousin Joao Pedro mit dem Auto abgeholt, sodass wir nicht zu Fuß zurück laufen mussten. Im Auto haben wir dann beschlossen, zum Abendessen alle zusammen Pizza zu machen - also wir, Tobis Tante, Joao Pedro und sein Bruder und deren Freundinnen. Wir haben Pizza belegt, die Männer haben an der Playstation Fußball gespielt und wir hatten einen schönen Abend zusammen.

Aus dem Strandbesuch ist also heute leider nichts geworden, aber morgen ist ja noch ein Tag. Für heute sind wir dankbar für eine kleine Abkühlung und hoffen auf eine erholsamere Nacht. Boa noite ☺

Ein kleines bisschen Weltuntergang

Blick auf Iriri vom Weg zu Tobis Oma

Piiiizzaaaaaaaa

Samstag, 18. März 2017

Piùma

Heute morgen ging es auf unserer Reise weiter zu den nächsten Verwandten. Nach einer recht kurzen Nacht sind wir um 6 Uhr aufgestanden und haben unsere letzten Sachen zusammen gepackt. Eigentlich wollten wir um 7 Uhr schon los fahren, aber wie man das so kennt ist es mit frühstücken und herzlichen Verabschiedungen doch halb 8 geworden.

Mit Steven und Juliana haben wir uns dann Richtung Iriri/Piùma auf gemacht. Die Fahrt dauerte um die eineinhalb/zwei Stunden und ging gefühlt durch das Hinterland Brasiliens. Die Straßen waren nicht voll, es war sehr bergig und nur hin und wieder war eine Rinderfarm zu entdecken. Die Straßen sind ganz ganz anders als in Deutschland: es gibt, ähnlich wie in Ägypten, hin und wieder Speed bumps die zum gemäßigten Fahren anregen sollen, gleichzeitig ist auf der Straße, die ich eigentlich am ehesten mit einer Autobahn verglichen hätte, eine (Höchst?) Geschwindigkeit von 60 oder 80 kmh.
Bevor wir zu dem Haus von Tobis Tante bei der wir wohnen werden gefahren sind, haben wir einen kleinen Stopp am Strand von Iriri gemacht. Dort arbeiten eine Tante und ein Onkel von Tobias, denen wir natürlich erstmal hallo sagen mussten.
Iriri ist unwahrscheinlich schön. Der Strand ist traumhaft, in den Straßen herrscht Meerfeeling und es ist sehr warm.
Leider wohnen wir allerdings nicht in Iriri, sondern im Nachbarort Piùma, wo (wenn ich das richtig verstanden habe) ein Großteil der Verwandtschaft wohnt. Auf die Zusammensetzung hier werde ich aber erst in ein paar Tagen eingehen, wenn ich einen besseren Überblick habe.
Als wir angekommen sind, gab es nach einer warmen Begrüßung natürlich erstmal Essen, und es sind eine ganze Menge Leute vorbei gekommen. Wir durften unsere Zimmer beziehen und haben nebenher (gefühlt) das halbe Dorf kennen gelernt. Auch heute musste ich mich nach dem Mittagessen leider noch ein bisschen aufs Ohr hauen, um den Rest des Tages zu überleben. Ich weiß nicht ob es am Heilungsprozess oder an der Hitze liegt oder was es ist, aber ich bin hier wirklich immer sehr schnell müde.
Ich habe also einen kurzen Mittagsschlaf von vielleicht zwei Stunden gehalten, und in der Zeit hat Tobias es geschafft, ohne viel draußen zu sein einen Sonnenbrand zu bekommen. Das war dann der abschließende Beweis, dass es hier wirklich noch wärmer und die Sonne noch stärker ist als in Vitòria.
Als ich dann also auch wieder wach war, sind wir mit Tobis Cousine Jo, ihrem Mann und den zwei Kindern nach Piùma ins Dorf rein gefahren um Wasser zu kaufen und weil wir ein bisschen am Strand spazieren gehen wollten. Sie haben uns die Ilha do Gambà mit dem kleinen Naturreservat und seinen schönen, wenn auch recht dreckigen (im Sinne von voll Algen und Holz) Stränden gezeigt. Außerdem haben wir auf dem Weg dorthin einen Polizeieinsatz miterleben dürfen, der von zwei toten Meeresschildkröten ausgelöst wurde. Ich habe nicht ganz verstanden was da passiert ist, aber ich könnte es mir nur so erklären, dass immer die Polizei kommen muss, wenn tote Schildkröten angeschwemmt werden.
Nach der kleinen Entdeckungsfahrt haben wir uns dann mit Wasser eingedeckt. Hier in Brasilien kann man das Kranwasser nicht trinken. In Serra gab es noch einen Wasserfilter, aber die Verwandtschaft hier ist ein wenig ärmer und hat so etwas nicht.
Wieder zuhause wurde uns gesagt, dass wir am Abend zum Geburtstag von der Freundin von einem anderen Cousin eingeladen sind. Es hieß also flott unter die Dusche, etwas anständiges anziehen und schon geht es weiter.
Es handelte sich um den 25. Geburtstag von der Freundin von Tobis Cousin. Es wurde draußen gefeiert, und einige Leute waren schon da. Es gab ganz viel Essen, live Musik und es wurde viel getanzt. Verrückt war, dass das Geburtstagskind erst überhaupt nach Hause kam, als schon fast alle satt gegessen waren. Ansonsten hat es wirklich Spaß gemacht, auch weil wir (ich) ein paar Teile der Verwandtschaft besser kennen lernen konnte.
Sehr lange sind wir dennoch nicht geblieben. Am Abend zuhause war dann das wohl spannendste, dass Tobi auf der Straße vor dem Haus irgendwann ein ausgesetztes Pferd (!!) gesehen hat. Ein Pferd. Wer im Himmel setzt ein Pferd aus??? Das arme Tier tut mir furchtbar leid.
Mit traurigem Herzen verabschieden wir uns jetzt ins Bett. Morgen geht es an den Strand! 😀

Princessa :)
Da steht ein Pfeeerd aufm Fluuuuuur