Samstag, 18. März 2017

Piùma

Heute morgen ging es auf unserer Reise weiter zu den nächsten Verwandten. Nach einer recht kurzen Nacht sind wir um 6 Uhr aufgestanden und haben unsere letzten Sachen zusammen gepackt. Eigentlich wollten wir um 7 Uhr schon los fahren, aber wie man das so kennt ist es mit frühstücken und herzlichen Verabschiedungen doch halb 8 geworden.

Mit Steven und Juliana haben wir uns dann Richtung Iriri/Piùma auf gemacht. Die Fahrt dauerte um die eineinhalb/zwei Stunden und ging gefühlt durch das Hinterland Brasiliens. Die Straßen waren nicht voll, es war sehr bergig und nur hin und wieder war eine Rinderfarm zu entdecken. Die Straßen sind ganz ganz anders als in Deutschland: es gibt, ähnlich wie in Ägypten, hin und wieder Speed bumps die zum gemäßigten Fahren anregen sollen, gleichzeitig ist auf der Straße, die ich eigentlich am ehesten mit einer Autobahn verglichen hätte, eine (Höchst?) Geschwindigkeit von 60 oder 80 kmh.
Bevor wir zu dem Haus von Tobis Tante bei der wir wohnen werden gefahren sind, haben wir einen kleinen Stopp am Strand von Iriri gemacht. Dort arbeiten eine Tante und ein Onkel von Tobias, denen wir natürlich erstmal hallo sagen mussten.
Iriri ist unwahrscheinlich schön. Der Strand ist traumhaft, in den Straßen herrscht Meerfeeling und es ist sehr warm.
Leider wohnen wir allerdings nicht in Iriri, sondern im Nachbarort Piùma, wo (wenn ich das richtig verstanden habe) ein Großteil der Verwandtschaft wohnt. Auf die Zusammensetzung hier werde ich aber erst in ein paar Tagen eingehen, wenn ich einen besseren Überblick habe.
Als wir angekommen sind, gab es nach einer warmen Begrüßung natürlich erstmal Essen, und es sind eine ganze Menge Leute vorbei gekommen. Wir durften unsere Zimmer beziehen und haben nebenher (gefühlt) das halbe Dorf kennen gelernt. Auch heute musste ich mich nach dem Mittagessen leider noch ein bisschen aufs Ohr hauen, um den Rest des Tages zu überleben. Ich weiß nicht ob es am Heilungsprozess oder an der Hitze liegt oder was es ist, aber ich bin hier wirklich immer sehr schnell müde.
Ich habe also einen kurzen Mittagsschlaf von vielleicht zwei Stunden gehalten, und in der Zeit hat Tobias es geschafft, ohne viel draußen zu sein einen Sonnenbrand zu bekommen. Das war dann der abschließende Beweis, dass es hier wirklich noch wärmer und die Sonne noch stärker ist als in Vitòria.
Als ich dann also auch wieder wach war, sind wir mit Tobis Cousine Jo, ihrem Mann und den zwei Kindern nach Piùma ins Dorf rein gefahren um Wasser zu kaufen und weil wir ein bisschen am Strand spazieren gehen wollten. Sie haben uns die Ilha do Gambà mit dem kleinen Naturreservat und seinen schönen, wenn auch recht dreckigen (im Sinne von voll Algen und Holz) Stränden gezeigt. Außerdem haben wir auf dem Weg dorthin einen Polizeieinsatz miterleben dürfen, der von zwei toten Meeresschildkröten ausgelöst wurde. Ich habe nicht ganz verstanden was da passiert ist, aber ich könnte es mir nur so erklären, dass immer die Polizei kommen muss, wenn tote Schildkröten angeschwemmt werden.
Nach der kleinen Entdeckungsfahrt haben wir uns dann mit Wasser eingedeckt. Hier in Brasilien kann man das Kranwasser nicht trinken. In Serra gab es noch einen Wasserfilter, aber die Verwandtschaft hier ist ein wenig ärmer und hat so etwas nicht.
Wieder zuhause wurde uns gesagt, dass wir am Abend zum Geburtstag von der Freundin von einem anderen Cousin eingeladen sind. Es hieß also flott unter die Dusche, etwas anständiges anziehen und schon geht es weiter.
Es handelte sich um den 25. Geburtstag von der Freundin von Tobis Cousin. Es wurde draußen gefeiert, und einige Leute waren schon da. Es gab ganz viel Essen, live Musik und es wurde viel getanzt. Verrückt war, dass das Geburtstagskind erst überhaupt nach Hause kam, als schon fast alle satt gegessen waren. Ansonsten hat es wirklich Spaß gemacht, auch weil wir (ich) ein paar Teile der Verwandtschaft besser kennen lernen konnte.
Sehr lange sind wir dennoch nicht geblieben. Am Abend zuhause war dann das wohl spannendste, dass Tobi auf der Straße vor dem Haus irgendwann ein ausgesetztes Pferd (!!) gesehen hat. Ein Pferd. Wer im Himmel setzt ein Pferd aus??? Das arme Tier tut mir furchtbar leid.
Mit traurigem Herzen verabschieden wir uns jetzt ins Bett. Morgen geht es an den Strand! 😀

Princessa :)
Da steht ein Pfeeerd aufm Fluuuuuur

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