Dienstag, 14. März 2017

"Por que a laranja é verde?"

Wir haben es geschafft! Heute morgen gegen halb 11 Ortszeit sind Tobias, seine Mama und ich nach über 14 Stunden reisen in Vitòria angekommen.

Die Reise war anstrengend, verlief im großen und ganzen aber unspektakulär. In London Heathrow halb verhungert (warum gibt es an einem Flughafen kein fast food?!) ging es auf den Flug über den großen Teich. Die "Wartezeit" in São Paulo wurde dann gekonnt von der Gemütlichkeit der brasilianischen Flughafenarbeiter überbrückt, und dann waren wir auch schon am Ziel.

Vom Flughafen wurden wir von Tobis Cousine und deren Tochter, sowie deren Freund von einem weiteren Cousin abgeholt (und die Koffer haben gerade so gepasst 😁). Es war plötzlich unglaublich warm (in SP war es noch recht frisch, bewölkt und neblig), und bei 30°C und wunderbarstem Sonnenschein sind wir zum Haus von Tobis Familie gefahren. Es ist faszinierend - einerseits sind es so viele, dass ich schon beinahe den Überblick verloren habe, wer mit wem verheiratet ist und wer wessen Kind ist, andererseits wohnen sie hier alle zusammen und jede Familie hat ihre eigene kleine Wohnung in dem Haus.
Tobias Cousin führt ein kleines Restaurant im Erdgeschoss des Hauses, welches ebenfalls komplett anders ist als alles, was ich bisher gesehen habe. Es handelt sich hierbei um ein Buffet mit Selbstbedienung, und gezahlt wird für das Gewicht der Mahlzeit. In dem Restaurant konnten wir dann auch zu Mittag essen (bzw wir haben uns dort etwas zu essen geholt und es in der oberen Etage gegessen). An dieser Stelle sollte ich den Umfang von Tobias Verwandten, die den heutigen Tag mit uns verbracht haben einmal erläutern. Da war seine Tante, deren 2 Töchter und 2 Söhne, und dann nochmal 6 Kinder von eben diesen im Alter von 8 bis 19. Für full house war also garantiert. Und dadurch, dass sie zum Teil nach und nach von der Schule/Arbeit eingetrudelt sind, gab es auch immer viel zu begrüßen, beschenken und erzählen. Zu Mittag haben wir Brötchen mit Käse gegessen, und das von uns mitgebrachte Nutella wurde auf den Tisch gestellt. Hätten wir diese Reaktion vorhergesehen, hätten wir die restlichen Kilos unserer Koffer getrost mit noch mehr Nutella füllen können. Denn bei einem Preis von knapp 40 reals (so etwas um die 10€) ist Nutella hier schon quasi ein Luxusgut.
Außerdem hat gegen Mittag ein Obststand gegenüber des Restaurants aufgebaut, den wir natürlich auch näher inspizieren mussten. Zu Spottpreisen konnte man hier die leckersten (gesunden) Leckereien bekommen, von Wassermelone über Papaya, Mango, Ocra zu einfach nur Kartoffeln oder Paprika. Da hab​en wir dann erstmal für den Abend und die nächsten Tage zugeschlagen.

Den Rest des Tages haben wir vor allem damit verbracht, uns mit Händen und Füßen zu verständigen und doch wirklich schon unsere ersten Sätze auf Portugiesisch zu erlernen. Der Freund einer Kleincousine von Tobias spricht relativ gut Englisch, was das ganze natürlich sehr vereinfacht. Aber am Ende des Tages sind wir bereits fähig, uns mit den kleinsten der Familie mehr oder weniger auf portugiesisch zu verständigen.

Auch zu Abend gab es natürlich wieder richtig gutes Essen. Vieles verläuft hier noch ziemlich klassisch, und so hat Tobis Cousine über zwei Stunden an einem (ganzen) Hähnchen heeumgewerkelt, welches es dann mit Reis und Ocra zu essen gab.
Bereits am Abendessen kam die Müdigkeit durch die lange Reise dann aber wieder zum Vorschein, und so machen wir uns jetzt schon relativ früh ins Bett. Ich muss sagen, dass ich auf diesen Eintrag sehr stolz bin, da ich in vermutlich 2 Minuten tief und fest schlafen werde.

Also, gute Nacht in Deutschland und boa noite Brasil!


Der "Gruppenaufenthaltsort", wo sich die ganze Familie immer aufhält

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