Wir haben uns also fertig gemacht und Verpflegung vorbereitet, und schon bald saßen wir im Auto. Die Fahrt zu dem Wasserfall war ungefähr eine Stunde lang und führte in das Innere des Landes hinein, zwischen den wunderschönen Bergen hindurch. Dort, kurz vor dem winzigen Dörfchen Mathilde, befindet sich der Wasserfall cachoeiro de Matilde.
Von der Straße ab führte ein ziemlich erschlossener Holzweg an der Seite des Berges hinunter zu dem Wasserfall. Etwas oberhalb von dem Wasser war eine Plattform, und hier endete der Weg - aber natürlich nicht für uns. Maicon nahm Tobi und mich mit die Felsen hinunter ans Wasser, während seine Mutter und Ana Maria von etwas weiter oben das Spektakel beobachteten. Das Wasser war super kalt und bei jedem Windstoß wurden wir nass, aber es hat ungeheuer Spaß gemacht.
Wir haben also natürlich ganz viele Bilder gemacht (bei Gelegenheit und besserer Internetverbindung werde ich noch welche in den Blog hinzufügen, versprochen!) und sind dann wieder zurück zum Auto, denn für uns sollte es heute mehr als nur einen Wasserfall zu sehen geben.
Nach einem kurzen Snack und ein wenig Kaffee ging es weiter ins Landesinnere, wo die Obstbäume mehr und die Dörfer immer kleiner werden. Es ist ja wirklich paradiesisch schön dort, aber man ist gefühlt wirklich fernab von der großen Welt dort draußen.
Je weiter wir ins Landesinnere fuhren, desto schlechter wurde die Straße. Oft stehen Schilder an der Straße, die eine Höchstgeschwindigkeit von 80, 60 oder 40kmh vorschreiben, aber wem sein Leben und sein Auto lieb ist, der fährt deutlich langsamer. Irgendwann waren wir dann sogar ab vom geteerten Weg und es ging auf Sandboden weiter. Der Regen von vor einigen Tagen (und mit Sicherheit auch von vorher irgendwann) hat riesige Rillen in die Straße gezogen, und da Brasilianer auch gar nicht erst daran denken ihre Straßen zu ebnen glich die Fahrt eher einer Achterbahnfahrt mit einem Jeep.
So Popo-schädlich die Fahrt, so wunderschön die Aussichten. Überall waren Berge zu sehen, und als wir dann tiefer hinein sind waren überall zu unseren Seiten die verschiedensten Obstbäume und -plantagen. Sogar einen Acai-Baum haben wir gesehen!
Irgendwann mussten wir dann das Auto stehen lassen und zu Fuß weiter. Hier wurde es wirklich abenteuerlich, denn schon bald wurde aus Sandboden Waldboden, und der Weg verwandelte sich in "ab durch die Mitte", an Ästen vorbei, über Steine hinweg immer weiter hinein in den Wald.
Hin und wieder fragten wir uns doch, wo das alles hinführen sollte - besonders dann, wenn die Sprache wieder auf giftige Schlangen und große Spinnen fiel. Auch unsere Flip Flops waren wohl nicht das perfekte Schuhwerk für die "kleine" Wanderung, aber mit so etwas hätte auch keiner (zumindest ich definitiv nicht) gerechnet. Aber der durchaus nicht ganz kurze Weg sollte sich doch lohnen - und so sahen wir gleich zwei wunderschöne Wasserfälle, die beide wirklich fernab von allem lagen. An dem ersten etwas kleineren setzen wir uns auf ein kleines Stück Wiese und aßen dort unsere mitgebrachten Leckereien - Mangos, Papaya, Pao de queijo (Käsebrötchen) und sogar bollo (Kuchen) hatten wir dabei.
Dann ging es weiter zu dem dritten, durchaus schönsten Wasserfall. Mehrmals mussten wir auf dem Weg dorthin den Bach selber überqueren, aber als wir es dann geschafft hatten wartete ein wunderschönes Naturereignis mit eigenem Strand auf uns. Wir setzten uns in die Mitte des winzigen Strandes auf Felsen und genossen erstmal die Aussicht (natürlich wurden auch wieder unzähliche Fotos geschossen, und gegessen wurde natüüüüüürlich auch).
Der Weg zurück war dann doch etwas kürzer als uns der Hinweg vorgekommen war, und verlief Gott sei Dank ohne Verletzte (mein Herzinfarkt aufgrund einer etwa mittelgroßen Spinne ausgelassen). Zurück am Auto war es dann schon Nachmittag und wir waren alle erledigt und bereit für die Heimreise. Auf dem Weg zurück kauften wir in einem kleinen Dorf noch selbstgemachte Schokolade (ein Geheimtipp von Maicon) und klauten ein paar Avocados vom Baum (hihihi). Gegen halb 6 waren wir dann wieder bei Ana Maria zuhause. Tobi und ich gönnten uns erstmal eine Dusche, und bald darauf gab es auch schon Abendessen.
Und nun, wie könnte es auch anders sein, müssen wir ganz dringend schlafen gehen, da wir morgen schon wieder früh aufstehen müssen. Ich weiß nicht warum, aber Brasilianer schlafen nicht. Zumindest fühlt es sich für mich so an. Also - auf zum Schönheitsschlaf, boa noite!
| Autofahrt mit einer Aussicht |
| Unser Weg durch den Wald |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen